Programm Woche 41+42 (Herbstferien)

Wochenvers

Versuche nicht, mit aller Kraft reich zu werden. Sei klug und vergeude deine Zeit nicht damit, denn der Reichtum kann plötzlich verschwinden.

 

Sprüche 23, 4-5

Charta christlicher kinderarbeit

 

 

 

 

Am 28. September 2017 hat das Heilsarmeekorps Wädenswil die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit unterzeichnet.

EINE VISION ÜBER DIE VERLORENEN

Von William Booth (1829–1912)

Auf einer meiner letzten Reisen, während ich so aus dem Abteilfenster starrte, wurde ich in eine
Kette von Gedanken geführt, die den Zustand der Menschen um mich betrafen. Sie lebten
sorglos in offenster, schamlosester Rebellion gegen Gott, ohne einen Gedanken an ihr
Wohlergehen in der Ewigkeit. Als ich so aus dem Fenster blickte, schien ich sie alle zu sehen ...
Millionen von Menschen um mich herum, hingegeben dem Alkohol und ihrem Vergnügen,
ihrem Tanzen und ihrer Musik, ihren Geschäften und ihren Sorgen, ihrer Politik und ihren
Schwierigkeiten. Unwissend – in vielen Fällen willentlich unwissend, in anderen Fällen alles
über die Wahrheit wissend, aber sich überhaupt nicht darum sorgend. Aber alle, wirklich die
ganze Menschenmenge, schwappte so auf und ab in ihrer Blasphemie und Teufelei bis zum
Thron Gottes. Während ich so darüber nachdachte, bekam ich eine Vision.
Ich sah einen dunklen, stürmischen Ozean. Über ihm hingen schwer die schwarzen Wolken; hier
und da zuckten leuchtende Blitze hindurch und lauter Donner rollte, während die Winde
jammerten und sich die Wellen erhoben und schäumten, sich auftürmten und sich brachen, nur
um sich anschließend wieder zu erheben und zu schäumen, aufzutürmen und zu brechen.
In diesem Ozean glaubte ich unzählige arme Menschen zu sehen, die hineinstürzten und
umhertrieben, schrieen und kreischten, fluchten und kämpften und ertranken. Und wenn sie
fluchten und schrieen, erhoben sie sich und kreischten noch mal und dann versanken einige, um
nie wieder hochzukommen.
Und dann sah ich, wie sich aus dem dunklen, wütenden Ozean ein mächtiger Fels erhob. Mit
seinem Gipfel ragte er hoch über die schwarzen Wolken, die über der stürmischen See hingen,
hinaus. Rund um das Fundament dieses großen Felsens sah ich eine ausgedehnte Plattform. Mit
Freude sah ich, wie pausenlos eine Anzahl der armen, kämpfenden, ertrinkenden Schlucker aus
dem zornigen Ozean auf die Plattform herauskletterten. Und ich sah, dass einige, die schon
sicher auf der Plattform waren, den armen Kreaturen, die sich noch in den wütenden Wassern
befanden, halfen, den Ort der Sicherheit zu erreichen.
Beim näherem Hinsehen sah ich eine Anzahl derer, die schon errettet waren, fleißig arbeiten und
mit Leitern, Seilen, Booten und anderen Mitteln viel effektiver darauf hinzuarbeiten, die armen
Kämpfenden aus der See heraus zu befreien. Hier und da gab es tatsächlich einige, die ins
Wasser sprangen und ohne Rücksicht auf die Konsequenzen ihrem Mitgefühl folgten, um die
Untergehenden zu erretten. Und ich kann schwer sagen, was mich mehr erfreute – der Anblick
der armen, fast ertrinkenden Menschen, die auf den Felsen kletterten und den Ort der Sicherheit
erreichten, oder die Hingabe und Selbstaufopferung derer, deren ganzes Dasein in der Bemühung
um ihre Befreiung aufging.
Als ich so schaute, fiel mir auf, dass die Bewohner auf dieser Plattform eine recht gemischte
Gesellschaft waren. Sie waren in unterschiedliche Personenkreise oder Klassen unterteilt und
beanspruchten für sich selber verschiedene Vergnügungen und Beschäftigungen. Aber nur sehr
wenige von ihnen schienen es sich zu ihrem Auftrag gemacht zu haben, Menschen aus der See
zu retten.
Aber was mich am meisten verwunderte war die Tatsache, dass, obwohl sie alle zu dieser oder
jener Zeit aus dem Ozean errettet worden waren, beinahe alle alles darüber vergessen zu haben
schienen. Jedenfalls schien sie die Erinnerung an seine Dunkelheit und Gefahr sie tatsächlich
nicht mehr zu bekümmern. Genauso schien es sehr fremd und verwunderlich für mich, dass diese
Leute keinerlei Sorge oder Verzweiflung über die armen Verlorenen zu haben schienen, die
geradewegs vor ihren Augen kämpften und ertranken ... wo sich doch unter ihnen die eigenen
Ehemänner und Frauen, Brüder und Schwestern und sogar die eigenen Kinder befanden.

Nun, diese erstaunliche Gleichgültigkeit konnte nicht das Ergebnis von Unwissenheit oder
mangelnder Erkenntnis gewesen sein, weil sie genau dort lebten und alles mit ansahen und sogar
manchmal darüber sprachen. Viele gingen sogar hin, um regelmäßig Vorträge und Predigten zu
hören, in welchen der schreckliche Zustand von diesen armen Ertrinkenden beschrieben wurde.
Ich habe immer gesagt, dass die Bewohner dieser Plattform mit verschiedenen Tätigkeiten und
Zeitvertreiben beschäftigt waren. Einige von ihnen waren Tag und Nacht von Handel und
Geschäften in Anspruch genommen, um Gewinne zu machen und um anschließend alles in
Kisten, Tresoren und Ähnlichem zu horten.
Viele verbrachten ihre Zeit mit Vergnügungen: Manche züchteten Blumen auf der Seite des
Felsens, andere bemalten Kleidungsstücke oder machten Musik. Einige legten besonderen Wert
auf Kleidung, um dann herumzulaufen und bewundert zu werden. Manche waren voll ausgefüllt
mit Essen und Trinken, andere waren in Diskussionen über die armen Ertrinkenden, die schon
errettet worden waren, vertieft.
Die Sache, die mich aber doch am meisten erstaunt hat, ist diese: Diejenigen auf der Plattform,
die Er rief, die Seine Stimme hörten und fühlten, dass sie ihr gehorchen sollten – zumindest
sagten sie dies – diese, die bekannten, Ihn sehr zu lieben, waren in voller Sympathie mit IHM für
die Aufgabe, die er auf sich genommen hatte; diejenigen, die ihn anbeteten oder behaupteten dies
zu tun, waren von ihrem Handel und ihren Berufen, ihrem Geldsparen und Vergnügungen, ihren
Familien und Freunden, ihren Religionen und Diskussionen darüber und von ihren
Vorbereitungen, um auf das Festland zu gehen, so vereinnahmt, dass sie nicht auf das Rufen
hörten, das von diesem wunderbaren Lebewesen kam, welches selbst in die See
hinuntergegangen war. Und selbst wenn sie es hörten, schenkten sie dem keine Beachtung. Es
kümmerte sie nicht. Und so ging das Kämpfen und Schreien und Ertrinken der Menschenmassen
in die Dunkelheit hinein direkt vor ihnen weiter.
Und dann sah ich etwas, was mir noch merkwürdiger vorkam als alles, was ich bisher in dieser
seltsamen Vision gesehen hatte. Ich sah, dass einige der Menschen auf der Plattform, denen
dieses wunderbare Geschöpf zugerufen hatte, dass sie kommen sollten und Ihm bei dieser
schwierigen Aufgabe, diese verlorenen Kreaturen zu retten, helfen sollten, immerzu beteten und
zu Ihm ausriefen, dass Er zu ihnen kommen solle!
Einige wollten, dass Er komme und bei ihnen bleiben sollte und Seine Zeit und Kraft dazu
verwenden sollte, sie glücklicher zu machen. Andere wollten, dass Er komme und verschiedene
Zweifel und Befürchtungen beseitige, betreffend der Wahrheit einiger Briefe, die Er an sie
geschrieben hatte. Andere wollten dass Er komme, um ihnen ein größeres Sicherheitsgefühl auf
dem Felsen zu geben – eine solche Sicherheit, die gewährleistete, dass sie nie wieder in diesen
Ozean zurückrutschten. Viele andere wollten, dass Er sie ganz sicher fühlen ließe, dass sie eines
Tages von diesem Fels herunterkommen und auf das Festland gelangen würden. Und das, weil
die Tatsache wohl bekannt war, dass einige so sorglos gewandelt waren, dass sie den Boden
unter den Füßen verloren und wieder zurück in die stürmische See gefallen waren.
So pflegten sich diese Menschen zu treffen und stiegen dann, so hoch sie konnten, den Fels
hinauf, und indem sie auf das Festland schauten (sie dachten, dort wäre das große Geschöpf)
riefen sie: „Komm zu uns! Komm und hilf uns!“ Und während all dessen war Er dort unten (in
seinem Geist) zwischen den armen, kämpfenden, ertrinkenden Kreaturen in der wütenden Tiefe,
und seine Arme um sie schlingend versuchte er, sie herauszuziehen. Dabei schaute Er
hilfesuchend, aber umsonst, zu denen auf dem Felsen und rief sie mit einer Stimme, die schon
heiser war: „Kommt zu mir! Kommt und helft mir!“

 

Vollständiger Text der Vision
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